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Ehrliche Ratgeber rund ums Hundetraining – vom ersten Welpentag bis zum entspannten Alltag mit deinem erwachsenen Hund.

Welpe erste Woche: Was wir am Anfang lernten

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als wir Balu nach Hause holten: ein kleiner, tapsiger Goldfussel auf dem Rücksitz, der mich mit großen Augen ansah, als wollte er fragen „Und jetzt?“. Genau diese Frage habe ich mir die ganze erste Woche mit dem Welpen selbst auch unentwegt gestellt. Es war wunderschön und gleichzeitig anstrengender, als ich gedacht hatte. In diesem Beitrag erzähle ich dir ehrlich, was wir in Balus ersten sieben Tagen erlebt, gelernt und manchmal auch verbockt haben – damit dein Start ein bisschen ruhiger wird als unserer.

Wie immer vorweg: Ich bin kein Hundetrainer, sondern einfach Andreas. Balu ist unser Golden Retriever, und alles hier kommt aus echtem Erleben, nicht aus dem Lehrbuch. Wenn du gerade selbst einen Welpen erwartest oder schon zuhause hast: Atme tief durch. Es wird gut.

Bevor der Welpe einzieht: Was wir vorbereitet haben

Die ehrlichste Erkenntnis zuerst: Du brauchst weniger, als die Werbung dir einreden will – aber das Wenige sollte vor dem Einzug bereitstehen. Wir haben in der Woche davor noch hektisch durch den Laden gehetzt, und das hätte ich uns gern erspart. Das hat sich für Balus erste Tage wirklich bewährt:

  • Ein ruhiger Rückzugsort. Eine Box oder ein gemütlicher Korb an einem Platz, an dem trotzdem Familienleben stattfindet. Ein Welpe will dabei sein, aber auch ungestört schlafen können – und schlafen tut er enorm viel.
  • Napf, gutes Futter, Wasser. Anfangs genau das Futter, das der Welpe beim Züchter schon kannte. Eine Futterumstellung in der ohnehin aufregenden ersten Woche schlägt schnell auf den kleinen Magen.
  • Halsband oder Geschirr und eine leichte Leine. Nicht zum Spazieren, sondern zum sanften Gewöhnen im Haus und Garten.
  • Ein paar wenige Spielsachen. Etwas zum Kauen, etwas zum Zerren, etwas Weiches. Mehr ist anfangs eher Reizüberflutung.
  • Geduld und einen leeren Kalender. Das war unser wichtigstes „Zubehör“. Plane dir für die erste Woche mit dem Welpen bewusst Zeit ein, am besten ein paar freie Tage.

Und ganz wichtig: Sichere vorher die Wohnung. Kabel, Schuhe, Zimmerpflanzen, herumliegende Kleinteile – ein Welpe erkundet die Welt mit dem Maul. Wir haben das unterschätzt und Balu beim ersten Schnürsenkel-Festmahl erwischt.

Balu als Welpe in der ersten Woche erkundet vorsichtig sein neues Zuhause
Tag eins: Balu, acht Wochen jung, klein genug für eine Hand – und schon mittendrin.

Der erste Tag: Ankommen statt bespaßen

Mein größter Fehler am ersten Tag war gut gemeint: Ich wollte Balu zeigen, wie schön es bei uns ist. Also gab es Besuch, Spielzeug, Streicheleinheiten von allen Seiten. Das Ergebnis war ein überdrehter, überforderter kleiner Hund, der abends gar nicht mehr zur Ruhe kam.

Heute weiß ich: Der erste Tag in der ersten Woche soll vor allem eines sein – ruhig. Dein Welpe hat gerade Mutter und Geschwister verlassen, alles riecht fremd, alles ist neu. Er braucht jetzt keine Party, sondern Sicherheit. Lass ihn in seinem Tempo schnüffeln, biete Wasser an, zeig ihm seinen Schlafplatz und den Bereich, wo er sich lösen darf. Besuch und große Ausflüge dürfen warten. Weniger ist in diesen ersten Tagen wirklich mehr.

Was sofort hilft: Bleib in seiner Nähe, aber dräng dich nicht auf. Setz dich ruhig auf den Boden und lass den Welpen zu dir kommen, statt ihn ständig hochzunehmen. So entsteht von der ersten Stunde an Vertrauen – und Vertrauen ist das Fundament, auf dem später jede Erziehung steht.

Die erste Nacht: ehrlich, sie ist hart

Kein Thema wird so oft gegoogelt wie die erste Nacht mit dem Welpen, und ich verstehe genau warum. Balu hat in der ersten Nacht gewinselt, gefiept und sich einsam gefühlt – und ich lag wach und habe mit mir gerungen. Das ist völlig normal. Der Kleine war sein ganzes bisheriges Leben nie allein.

Unsere Lösung, die ich uneingeschränkt empfehle: Wir haben Balus Schlafplatz die erste Zeit direkt neben unser Bett gestellt. So konnte er uns hören und riechen, und eine herunterhängende Hand zum Schnüffeln hat oft schon gereicht, um ihn zu beruhigen. Wenn er nachts unruhig wurde, habe ich ihn rausgetragen, denn meistens musste er sich lösen. Kein großes Spektakel, kein Spielen – nur kurz raus und wieder rein.

Du verwöhnst deinen Welpen nicht, wenn du ihn in der ersten Nacht nicht allein weinen lässt. Du gibst ihm Sicherheit. Und Sicherheit macht stark, nicht schwach.

Nach wenigen Nächten wird es ruhiger, versprochen. Und das Beste: Diese Nähe am Anfang zahlt sich später aus, wenn es ums Thema Alleinbleiben geht. Ein Welpe, der von Beginn an Sicherheit erlebt, lernt das Alleinsein entspannter – aber das ist ein Schritt für die kommenden Wochen, nicht für die erste.

Stubenrein werden beginnt sofort

Niemand erwartet, dass ein Welpe in der ersten Woche schon zuverlässig stubenrein ist – das kann er körperlich noch gar nicht. Aber die Grundlage legst du genau jetzt. Das Prinzip ist herrlich einfach und beruht nur auf gutem Timing.

  1. Nach jedem Schlafen raus. Welpen müssen direkt nach dem Aufwachen, nach dem Fressen, nach dem Spielen und nach dem Trinken. Das sind die magischen Momente.
  2. Immer dieselbe Stelle. Trag deinen Welpen an einen festen Platz im Garten oder vor die Tür. Der gewohnte Geruch lädt ihn zum Lösen ein.
  3. Ruhig loben, sobald es passiert. Ein freundliches Wort genau in dem Moment, in dem er sich löst – nicht erst danach im Haus.
  4. Missgeschicke kommentarlos wegwischen. Schimpfen bringt nichts, der Welpe versteht es nicht und verliert nur Vertrauen. Ein Malheur ist immer ein Hinweis an dich, dass du zu spät dran warst.

Bei Balu hat das nach gut drei Wochen richtig gegriffen. In der ersten Woche ging trotzdem noch viel daneben, und das ist absolut in Ordnung. Geduld ist hier alles.

Balu schläft als Welpe in der ersten Woche tief und geborgen in seinem Korb
Zwischen all der Aufregung: Welpen schlafen bis zu zwanzig Stunden am Tag. Diese Ruhe ist heilig.

Beißen und Nadelzähne: ganz normal

Ich war kurz erschrocken, als Balu in der ersten Woche herzhaft in meine Finger zwickte – diese Welpenzähne sind spitz wie Nadeln. Aber das ist kein Zeichen von Aggression. Welpen erkunden mit dem Maul und lernen über das Spiel mit ihren Geschwistern, wie fest sie zubeißen dürfen. Das nennt man Beißhemmung, und die dürfen wir jetzt sanft weiter aufbauen.

Was bei uns funktioniert hat: Wenn Balu zu fest zwickte, habe ich kurz und hell „Au“ gesagt und das Spiel für einen Moment unterbrochen. Keine Strafe, nur ein klares Signal: Zu fest, und der Spaß hört auf. Gleichzeitig hatten wir immer etwas Erlaubtes zum Kauen parat, das ich ihm angeboten habe. So lernt der Welpe ganz nebenbei, was er ins Maul nehmen darf und was nicht.

Die ersten Regeln liebevoll setzen

Erziehung in der ersten Woche heißt nicht Drill. Es heißt, von Anfang an freundlich klar zu sein. Hunde lieben Klarheit, und Regeln geben ihnen Sicherheit. Wir haben uns auf ganz wenige, dafür konsequente Dinge konzentriert: Wo wird geschlafen, wo gefressen, wo darf der Welpe hin und wo nicht.

Wichtig ist, dass alle im Haushalt an einem Strang ziehen. Wenn der Welpe bei einem aufs Sofa darf und beim anderen nicht, ist das maximal verwirrend. Einigt euch vorher und bleibt dabei. Und feiert jeden kleinen Erfolg: Schon das ruhige Liegen auf dem Platz ist in dieser Phase eine echte Leistung, die ein Lob verdient. Auch die ersten Schritte an der Leine fallen in diese Zeit – ganz spielerisch und ohne Zug. Wenn dich das Thema später intensiver beschäftigt, haben wir einen ganzen Beitrag dazu, was hilft, wenn ein Hund an der Leine zieht.

Tierarzt und erste Wege nach draußen

In den ersten Tagen steht meist ein erster Tierarztbesuch zum Kennenlernen und Checken an. Mach diesen Termin so entspannt wie möglich: ein paar Leckerlis, ruhige Stimme, viel Lob. Der erste Eindruck beim Tierarzt prägt, wie dein Hund später dorthin geht.

Beim Thema Spaziergang gilt für die erste Woche: kleine Brötchen. Solange der Impfschutz noch nicht vollständig ist, hältst du dich an Bereiche, die dein Tierarzt freigibt. Viel wichtiger als lange Strecken ist jetzt das vorsichtige Kennenlernen der Welt – ein Auto, das vorbeifährt, ein anderer freundlicher Hund, verschiedene Untergründe. Diese behutsame Sozialisierung ist Gold wert, darf den Welpen aber nie überfordern. Lieber wenige gute Eindrücke als ein Reizgewitter.

Was uns die erste Woche leichter gemacht hat

Was mir in unseren ersten Tagen am meisten gefehlt hat, war ein roter Faden. Ich hatte zehn Meinungen aus dem Internet im Kopf, die sich oft widersprachen, und stand jeden Abend ratlos da. Irgendwann habe ich mir eine strukturierte Anleitung geholt, die genau erklärt, was in welcher Welpenphase dran ist – und das hat unglaublich viel Druck rausgenommen.

Online-Welpenkurs für die erste Woche mit dem Welpen
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Der Online-Welpenkurs

★★★★½
4,5 von 5 – warmherzig und alltagstauglich

Was mir gut gefällt: Der Kurs nimmt dich bei null an die Hand und erklärt Schritt für Schritt, was in den ersten Wochen wirklich zählt – vom Ankommen über Stubenreinheit bis zur sanften Beißhemmung. Die Videos sind kurz und ruhig, genau richtig, wenn man zwischen Welpenpause und Stubenrein-Gang nur ein paar Minuten hat. Mir hätte das in unserer ersten Woche viele Zweifel erspart.

Was besser sein könnte: Ein paar mehr Beispiele mit großen Rassen hätte ich schön gefunden. Sonst aber rundum hilfreich. – Andreas und Balu

Den Kurs ansehen

Auch hier gilt: Du brauchst keinen Kurs, um durch die erste Woche zu kommen. Alles oben funktioniert auch ohne. Eine gute Anleitung nimmt dir nur das ständige Zweifeln ab – und Zweifel sind in dieser ohnehin emotionalen Zeit der größte Energieräuber. Viele weitere Tipps findest du außerdem gebündelt in unserer Welpenwelt.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde

Ehrlich gesagt würde ich vor allem ruhiger an die Sache herangehen. Ich habe Balu in der ersten Woche zu viel zugemutet, weil ich alles richtig machen wollte – paradoxerweise genau dadurch. Heute weiß ich, dass Nichtstun manchmal die beste Erziehung ist. Ein schlafender, sicherer Welpe lernt mehr über die Welt als ein dauerbespaßter.

Außerdem würde ich früher um Hilfe bitten, statt mich nachts durch widersprüchliche Foren zu wühlen. Eine klare Quelle, ein erfahrener Mensch oder ein guter Kurs – das spart Nerven, die du in dieser Phase besser für Kuscheleinheiten verwendest. Und ich würde mir selbst öfter sagen: Es muss nicht perfekt sein. Es muss liebevoll sein.

Häufige Fragen zur ersten Woche mit dem Welpen

Aus unserer Erfahrung nicht. Wir haben Balus Schlafplatz die erste Zeit direkt neben unser Bett gestellt, damit er uns hören und riechen konnte. Das gibt dem Welpen Sicherheit nach dem großen Abschied von Mutter und Geschwistern. Ans Alleinbleiben gewöhnst du ihn später behutsam, Schritt für Schritt.

Sehr viel, oft bis zu zwanzig Stunden am Tag. Dieser Schlaf ist enorm wichtig für die Entwicklung. Lass deinen Welpen bewusst ruhen und widersteh der Versuchung, ihn ständig zu beschäftigen. Ein übermüdeter Welpe wird schnell überdreht und quengelig.

Das hängt vom Impfschutz und dem Rat deines Tierarztes ab. In der ersten Woche stehen ohnehin nicht lange Strecken im Vordergrund, sondern das behutsame Kennenlernen der Welt in kleinen, freigegebenen Bereichen. Wenige gute Eindrücke sind mehr wert als ein langer, überfordernder Ausflug.

Nein, das ist völlig normal. Welpen erkunden mit dem Maul und müssen erst lernen, wie fest sie zubeißen dürfen. Ein kurzes, helles „Au“ und eine kleine Spielpause zeigen ihm die Grenze. Biete ihm gleichzeitig etwas Erlaubtes zum Kauen an, dann lernt er ganz nebenbei, was ins Maul darf.

So wenige wie möglich, aber diese konsequent. Konzentriert euch auf das Wesentliche: Schlafplatz, Fressplatz und wo der Welpe hindarf. Wichtig ist, dass alle im Haushalt dieselben Regeln leben. Klarheit gibt deinem Welpen Sicherheit, ständig wechselnde Regeln verwirren ihn nur.

Unser Fazit

Die erste Woche mit dem Welpen ist ein kleines Wunder und eine kleine Achterbahn zugleich. Es wird Momente geben, in denen dir vor Glück das Herz aufgeht, und Momente, in denen du übermüdet an dir zweifelst. Beides gehört dazu, und beides ist völlig normal. Schenk deinem Welpen vor allem Ruhe, Sicherheit und Geduld – der Rest wächst von ganz allein.

Wenn du dir, so wie ich damals, einen klaren roten Faden für die ersten Wochen wünschst, dann ist der Online-Welpenkurs ein ruhiger Begleiter, der dir das Suchen abnimmt. Und ganz gleich, wie du es angehst: Genieße diese Zeit, sie geht so schnell vorbei. Balu ist heute ein großer, gelassener Hund – aber dieser kleine Goldfussel vom ersten Tag fehlt mir manchmal ein bisschen. Schreib mir gern, wie es bei euch läuft. Ich antworte wirklich persönlich.


Hund zieht an der Leine: Das hat endlich geholfen

Es gibt diesen einen Moment, den vermutlich jeder kennt, dessen Hund zieht an der Leine: Du machst die Haustür auf, der Hund schießt nach vorne, und ehe du den ersten Schritt gesetzt hast, hängst du schon mit gestrecktem Arm hinterher. Bei uns war das mit Balu monatelang Alltag. Aus jedem Spaziergang wurde ein kleiner Machtkampf – und ehrlich gesagt hatte ich danach öfter Rückenschmerzen als gute Laune. Heute laufen wir entspannt nebeneinander her, und ich möchte dir in diesem Beitrag ganz ehrlich erzählen, wie wir da hingekommen sind.

Vorweg, weil mir das wichtig ist: Ich bin kein ausgebildeter Hundetrainer. Ich bin einfach Andreas, und Balu ist unser Golden Retriever – ein liebenswerter, ziemlich verfressener Wirbelwind, der die Welt am liebsten im Galopp entdecken würde. Alles, was hier steht, haben wir selbst durchlebt, ausprobiert, verworfen und neu versucht. Kein Lehrbuch, sondern unser Weg.

Warum unser Hund an der Leine zieht – und deiner wahrscheinlich auch

Dein Hund zieht an der Leine, und du fragst dich vermutlich genau wie ich damals: Warum tut er das eigentlich? Lange habe ich geglaubt, Balu wolle mich ärgern. Er zieht, ich bleibe stehen, er zieht weiter – das fühlt sich an wie Trotz. Aber das ist es fast nie. Wenn ein Hund an der Leine zieht, steckt dahinter in den allermeisten Fällen kein Ungehorsam, sondern schlicht Vorfreude und ein Tempo, das nicht zu unserem passt.

Ein Hund läuft von Natur aus schneller als wir. Draußen warten tausend Gerüche, andere Hunde, raschelnde Büsche, ein weggeworfenes Brötchen – für Balu ist ein Spaziergang das spannendste Ereignis des Tages. Wenn die Leine straff wird, weil er vorprescht, lernt er außerdem etwas Fatales: Ziehen funktioniert. Er zieht, es geht trotzdem vorwärts, also lohnt sich Ziehen. Wir Menschen trainieren unseren Hunden das Ziehen also oft selbst an, ohne es zu merken.

Dazu kommt ein körperlicher Reflex, der vielen nicht bewusst ist: Zug erzeugt Gegenzug. Sobald an Balus Halsband oder Geschirr gezogen wird, stemmt er sich instinktiv dagegen – genau wie ein Schlittenhund. Das ist keine Sturheit, das ist Biologie. Und es erklärt, warum reines Festhalten und Dagegenhalten das Problem eher größer macht als kleiner.

Balu als junger Hund zieht an der Leine vor lauter Vorfreude
Balu in seinen wilden Monaten – jeder Grashalm war spannender als ich am anderen Ende der Leine.

Was wir am Anfang alles falsch gemacht haben

Ich erzähle das, weil ich glaube, dass wir aus Fehlern mehr lernen als aus perfekten Anleitungen – und weil du dich vielleicht in dem einen oder anderen wiedererkennst.

Unser erster Reflex war: kräftiger ziehen. Balu vorne, ich hinten, beide mit ganzem Körpereinsatz. Das Ergebnis war ein Hund, der noch mehr in die Leine ging, und ein Mensch mit Sehnenscheidenentzündung. Dann kamen die guten Ratschläge aus dem Bekanntenkreis. „Ruck doch mal kurz an der Leine, dann hört er auf.“ Haben wir versucht. Balu hat kurz irritiert geguckt – und zwei Schritte später genauso weitergezogen. Was blieb, war ein mulmiges Gefühl, weil sich das für mich einfach nicht richtig angefühlt hat.

Der nächste Fehler war Inkonsequenz. An manchen Tagen hatte ich Geduld und blieb stehen, an stressigen Tagen ließ ich ihn einfach ziehen, Hauptsache schnell um den Block. Für Balu war das ein Glücksspiel: Mal lohnt sich Ziehen, mal nicht. Genau diese Unberechenbarkeit hält ein Verhalten besonders hartnäckig am Leben. Heute weiß ich: Ein Hund, der manchmal mit Ziehen Erfolg hat, gibt das Ziehen am allerschwersten wieder auf.

Der eine Denkfehler, der alles verändert hat

Die Wende kam, als ich aufgehört habe, das Ziehen als Problem zu sehen – und angefangen habe, die lockere Leine als das eigentliche Ziel zu trainieren. Das klingt nach Wortklauberei, ist aber ein riesiger Unterschied.

Vorher habe ich immer auf das reagiert, was ich nicht wollte: Balu zieht, ich greife ein. Mein ganzer Fokus lag auf dem Fehler. Danach habe ich mich auf das konzentriert, was ich sehen wollte: Den Moment, in dem die Leine kurz durchhängt, in dem Balu zu mir schaut, in dem er von selbst langsamer wird. Diese Momente habe ich belohnt, gefeiert, sichtbar gemacht. Plötzlich ging es nicht mehr darum, ein Verhalten zu unterdrücken, sondern eines aufzubauen.

Nicht das Ziehen abtrainieren – die lockere Leine antrainieren. Dieser eine Satz hat bei uns mehr verändert als jeder Ruck an der Leine.

Genau hier hat bei uns ein guter Onlinekurs den Unterschied gemacht, aber dazu später mehr. Erst möchte ich dir konkret zeigen, wie unser Training Schritt für Schritt aussah – damit du sofort loslegen kannst, auch ohne irgendetwas zu kaufen.

Schritt für Schritt: So haben wir Balu die lockere Leine beigebracht

Wenn dein Hund an der Leine zieht, hilft kein einzelner Trick, sondern eine klare, ruhige Routine. Das hier ist die Reihenfolge, die bei uns funktioniert hat. Wichtig: Übe am Anfang in einer langweiligen Umgebung – im Garten, im Hausflur, auf einem ruhigen Weg. Nicht mitten im Trubel.

  1. Die richtige Ausrüstung wählen. Wir sind von Halsband auf ein gut sitzendes Brustgeschirr umgestiegen. Das schont den empfindlichen Hals, und ein eingehängter Hund, der einmal ruckartig losschießt, verletzt sich damit deutlich seltener. Eine normale, etwa zwei Meter lange Führleine reicht völlig – Flexileinen trainieren das Ziehen sogar an, weil sie immer leicht unter Spannung stehen.
  2. Den „Stehenbleib-Anker“ einführen. Sobald die Leine straff wird, bleibst du stehen. Sofort. Wie ein Baum. Kein Wort, kein Ruck, einfach Stillstand. Balu hat anfangs verständnislos zurückgeschaut – und genau dieser Blickkontakt war Gold wert. In dem Moment, in dem er zu mir geschaut und die Leine dadurch locker wurde, gab es ein Lob und ein Leckerli.
  3. Weitergehen als Belohnung nutzen. Das Vorwärtskommen selbst ist für deinen Hund die größte Belohnung überhaupt. Also gilt: Lockere Leine, es geht weiter. Straffe Leine, alles stoppt. Dein Hund lernt in wenigen Tagen, dass nicht das Ziehen, sondern das Nachlassen ihn ans Ziel bringt.
  4. Richtungswechsel einbauen. Wenn Balu trotzdem hochkonzentriert nach vorne wollte, bin ich kommentarlos in die andere Richtung gegangen. So wird er aufmerksam und muss auf mich achten, statt nur auf das Ziel vor ihm. Das Schöne daran: Es ist völlig fair und kein bisschen unangenehm für den Hund.
  5. Den Blickkontakt belohnen. Immer wenn Balu von sich aus zu mir geschaut hat, gab es ein Markerwort („Fein!“) und etwas Besonderes. Mit der Zeit checkt der Hund freiwillig immer öfter bei dir ein – und ein Hund, der dich im Blick hat, zieht fast automatisch weniger.
  6. Schwierigkeit langsam steigern. Erst der ruhige Weg, dann die Straße mit Autos, dann der Park mit anderen Hunden. Jede neue Ablenkung ist eine neue Stufe. Wenn etwas nicht klappt, gehst du einfach eine Stufe zurück. Das ist kein Rückschritt, das ist die Art, wie Hunde lernen.

Diese sechs Bausteine klingen simpel – und sind es im Kern auch. Die ganze Kunst liegt nicht in der Technik, sondern in der Ruhe und der Wiederholung. Genau daran bin ich am Anfang fast verzweifelt, und genau da hat uns später eine klare Anleitung enorm geholfen.

Balu läuft entspannt an lockerer Leine, der Hund zieht an der Leine nicht mehr
Heute: durchhängende Leine, entspannter Hund, entspannter Mensch. Es geht wirklich.

Die häufigsten Fehler beim Leinentraining

Damit du dir ein paar Umwege sparst, die ich gegangen bin – das sind die Stolpersteine, über die fast jeder fällt, dessen Hund an der Leine zieht:

  • Zu früh in den Trubel. Wer das Training direkt im belebten Park startet, überfordert seinen Hund. Reize zuerst klein halten, dann steigern.
  • Reden, schimpfen, erklären. Dein Hund versteht kein „Jetzt zieh doch nicht so“. Er liest deine Körpersprache. Weniger Worte, mehr klares Handeln.
  • Die Leckerlis weglassen, sobald es einmal klappt. Gutes Verhalten muss sich lange lohnen, bevor es zur Gewohnheit wird. Wer zu früh aufhört zu belohnen, sieht das Ziehen schnell zurückkommen.
  • Einen schlechten Tag zum Maßstab machen. Es gibt Tage, an denen läuft gar nichts – bei Hunden wie bei uns. Das ist normal und kein Grund, alles infrage zu stellen.
  • Auslastung vergessen. Ein Hund, der unterfordert ist, hat zu viel Energie für die Leine. Kopfarbeit hilft hier oft mehr als noch eine Runde Ballwerfen – wie genau, erkläre ich in unserem Beitrag zur Nasenarbeit für jeden Hund.

Was uns am meisten geholfen hat

Ich habe lange überlegt, ob ich an dieser Stelle überhaupt etwas empfehle – weil ich nichts verlinken möchte, hinter dem ich nicht selbst stehe. Aber ehrlich gesagt war der Wendepunkt für uns, als ich aufgehört habe, mir das Wissen mühsam aus zwanzig Videos zusammenzusuchen, und stattdessen eine klare, aufeinander aufbauende Anleitung hatte.

Online-Kurs zum Leinenverhalten, wenn der Hund an der Leine zieht
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Der Online-Kurs zum Thema Leinenverhalten

★★★★½
4,5 von 5 – ehrlich, mit kleinen Schwächen

Ehrlich gesagt zieht Balu aus reiner Vorfreude, nicht aus Aggression. Trotzdem hat uns ausgerechnet dieser Kurs am meisten gebracht, weil er genau das trainiert, woran es beim Ziehen wirklich hapert: Impulskontrolle und ruhiges Verhalten an der Leine. Die Lektionen sind in kurze Häppchen geteilt, die man auch nach einem langen Tag noch schafft. Wenn dein Hund an der Leine nicht nur zieht, sondern andere Hunde anpöbelt, ist er sogar die genau richtige Adresse.

Was mir gefehlt hat: ein bisschen mehr für absolute Anfänger ganz am Start. Dafür ist alles Weitere wirklich Hand in Hand erklärt. – Andreas und Balu

Den Kurs ansehen

Ganz wichtig: Du brauchst keinen Kurs, um deinem Hund die lockere Leine beizubringen. Die sechs Schritte oben funktionieren auch ganz für sich. Ein Kurs nimmt dir nur das Suchen und das Zweifeln ab – und genau das war für mich Gold wert, weil ich endlich wusste, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wie lange dauert das eigentlich?

Die ehrliche Antwort, die mir am Anfang niemand gegeben hat: Es kommt darauf an – und es dauert länger, als du hoffst, aber kürzer, als du fürchtest. Dein Hund zieht an der Leine vielleicht schon seit Monaten oder Jahren? Das ist kein Beinbruch, es braucht dann nur etwas mehr Geduld. Bei Balu haben wir nach gut zwei Wochen die ersten richtig schönen Strecken mit durchhängender Leine erlebt. Verlässlich entspannt, auch mit Ablenkung, war er nach etwa zwei bis drei Monaten.

Entscheidend ist nicht die Trainingsdauer am Stück, sondern wie konsequent du in jeder Minute bist. Fünf bewusste Minuten täglich, in denen Ziehen nie zum Ziel führt, bringen mehr als eine Stunde am Wochenende, in der du dazwischen wieder schleifen lässt. Und denk an die Auslastung: Ein Hund, der auch im Kopf gefordert wird, etwa beim Rückruftraining oder bei kleinen Suchspielen, geht insgesamt ruhiger an die Leine.

Häufige Fragen rund ums Ziehen an der Leine

Aus unserer Erfahrung ist ein gut sitzendes Brustgeschirr klar im Vorteil. Es verteilt den Druck auf den Brustkorb statt auf den empfindlichen Hals und schützt deinen Hund, falls er doch einmal ruckartig losschießt. Wichtig ist, dass es nicht in den Achseln scheuert und genug Bewegungsfreiheit lässt.

Eher im Gegenteil. Eine Flexileine steht fast immer leicht unter Spannung, und genau dieser ständige Zug bringt deinem Hund bei, dass Ziehen zum Vorwärtskommen führt. Fürs Training empfehlen wir eine normale, etwa zwei Meter lange Führleine. Die Flexileine kannst du später auf der freien Wiese nutzen, wenn das Grundtraining sitzt.

Dann ist nicht das Ziehen selbst das Thema, sondern die Aufregung beim Anblick anderer Hunde. Hier hilft es, schon aus großer Entfernung mit ruhigem Verhalten und Belohnung zu arbeiten, lange bevor dein Hund in die Leine geht. Wenn aus dem Ziehen Bellen oder Pöbeln wird, lohnt sich ein gezieltes Training zum Leinenverhalten besonders.

Je früher, desto besser – aber es ist nie zu spät. Schon im Welpenalter kannst du spielerisch die lockere Leine üben, ganz ohne Druck. Mehr dazu findest du in unserer Welpenwelt. Aber auch ein erwachsener Hund lernt das um, es braucht dann nur etwas mehr Geduld und Konsequenz.

In der Lernphase darf großzügig belohnt werden – das ist kein Bestechen, sondern Bezahlen für richtiges Verhalten. Damit dein Hund nicht zunimmt, nimmst du einen Teil der Tagesration als Trainingsfutter oder kleine, gesunde Häppchen. Mit der Zeit kannst du das Belohnen ausschleichen, bis die lockere Leine zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Unser Fazit

Wenn dein Hund an der Leine zieht, ist das kein Charakterfehler und schon gar kein Grund zu verzweifeln. Es ist ein ganz normales Hundeverhalten, das du Stück für Stück umlenken kannst – mit Ruhe, mit Konsequenz und mit der Bereitschaft, das Ganze aus der Sicht deines Hundes zu sehen. Balu und ich sind den Weg gegangen, mit allen Umwegen, und heute sind unsere Spaziergänge das, was sie sein sollten: gemeinsame Zeit statt Tauziehen.

Fang klein an, feiere die ruhigen Momente und bleib dran, auch wenn ein Tag mal misslingt. Und falls du dir, so wie ich damals, eine klare Anleitung an die Hand wünschst, dann wirf einen Blick in den Online-Kurs zum Leinenverhalten – er hat uns das Suchen erspart. Wir drücken euch beiden die Daumen. Und wenn du magst, schreib mir, wie es bei euch läuft – ich antworte wirklich persönlich.