Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als wir Balu nach Hause holten: ein kleiner, tapsiger Goldfussel auf dem Rücksitz, der mich mit großen Augen ansah, als wollte er fragen „Und jetzt?“. Genau diese Frage habe ich mir die ganze erste Woche mit dem Welpen selbst auch unentwegt gestellt. Es war wunderschön und gleichzeitig anstrengender, als ich gedacht hatte. In diesem Beitrag erzähle ich dir ehrlich, was wir in Balus ersten sieben Tagen erlebt, gelernt und manchmal auch verbockt haben – damit dein Start ein bisschen ruhiger wird als unserer.
Wie immer vorweg: Ich bin kein Hundetrainer, sondern einfach Andreas. Balu ist unser Golden Retriever, und alles hier kommt aus echtem Erleben, nicht aus dem Lehrbuch. Wenn du gerade selbst einen Welpen erwartest oder schon zuhause hast: Atme tief durch. Es wird gut.
Bevor der Welpe einzieht: Was wir vorbereitet haben
Die ehrlichste Erkenntnis zuerst: Du brauchst weniger, als die Werbung dir einreden will – aber das Wenige sollte vor dem Einzug bereitstehen. Wir haben in der Woche davor noch hektisch durch den Laden gehetzt, und das hätte ich uns gern erspart. Das hat sich für Balus erste Tage wirklich bewährt:
- Ein ruhiger Rückzugsort. Eine Box oder ein gemütlicher Korb an einem Platz, an dem trotzdem Familienleben stattfindet. Ein Welpe will dabei sein, aber auch ungestört schlafen können – und schlafen tut er enorm viel.
- Napf, gutes Futter, Wasser. Anfangs genau das Futter, das der Welpe beim Züchter schon kannte. Eine Futterumstellung in der ohnehin aufregenden ersten Woche schlägt schnell auf den kleinen Magen.
- Halsband oder Geschirr und eine leichte Leine. Nicht zum Spazieren, sondern zum sanften Gewöhnen im Haus und Garten.
- Ein paar wenige Spielsachen. Etwas zum Kauen, etwas zum Zerren, etwas Weiches. Mehr ist anfangs eher Reizüberflutung.
- Geduld und einen leeren Kalender. Das war unser wichtigstes „Zubehör“. Plane dir für die erste Woche mit dem Welpen bewusst Zeit ein, am besten ein paar freie Tage.
Und ganz wichtig: Sichere vorher die Wohnung. Kabel, Schuhe, Zimmerpflanzen, herumliegende Kleinteile – ein Welpe erkundet die Welt mit dem Maul. Wir haben das unterschätzt und Balu beim ersten Schnürsenkel-Festmahl erwischt.

Der erste Tag: Ankommen statt bespaßen
Mein größter Fehler am ersten Tag war gut gemeint: Ich wollte Balu zeigen, wie schön es bei uns ist. Also gab es Besuch, Spielzeug, Streicheleinheiten von allen Seiten. Das Ergebnis war ein überdrehter, überforderter kleiner Hund, der abends gar nicht mehr zur Ruhe kam.
Heute weiß ich: Der erste Tag in der ersten Woche soll vor allem eines sein – ruhig. Dein Welpe hat gerade Mutter und Geschwister verlassen, alles riecht fremd, alles ist neu. Er braucht jetzt keine Party, sondern Sicherheit. Lass ihn in seinem Tempo schnüffeln, biete Wasser an, zeig ihm seinen Schlafplatz und den Bereich, wo er sich lösen darf. Besuch und große Ausflüge dürfen warten. Weniger ist in diesen ersten Tagen wirklich mehr.
Was sofort hilft: Bleib in seiner Nähe, aber dräng dich nicht auf. Setz dich ruhig auf den Boden und lass den Welpen zu dir kommen, statt ihn ständig hochzunehmen. So entsteht von der ersten Stunde an Vertrauen – und Vertrauen ist das Fundament, auf dem später jede Erziehung steht.
Die erste Nacht: ehrlich, sie ist hart
Kein Thema wird so oft gegoogelt wie die erste Nacht mit dem Welpen, und ich verstehe genau warum. Balu hat in der ersten Nacht gewinselt, gefiept und sich einsam gefühlt – und ich lag wach und habe mit mir gerungen. Das ist völlig normal. Der Kleine war sein ganzes bisheriges Leben nie allein.
Unsere Lösung, die ich uneingeschränkt empfehle: Wir haben Balus Schlafplatz die erste Zeit direkt neben unser Bett gestellt. So konnte er uns hören und riechen, und eine herunterhängende Hand zum Schnüffeln hat oft schon gereicht, um ihn zu beruhigen. Wenn er nachts unruhig wurde, habe ich ihn rausgetragen, denn meistens musste er sich lösen. Kein großes Spektakel, kein Spielen – nur kurz raus und wieder rein.
Du verwöhnst deinen Welpen nicht, wenn du ihn in der ersten Nacht nicht allein weinen lässt. Du gibst ihm Sicherheit. Und Sicherheit macht stark, nicht schwach.
Nach wenigen Nächten wird es ruhiger, versprochen. Und das Beste: Diese Nähe am Anfang zahlt sich später aus, wenn es ums Thema Alleinbleiben geht. Ein Welpe, der von Beginn an Sicherheit erlebt, lernt das Alleinsein entspannter – aber das ist ein Schritt für die kommenden Wochen, nicht für die erste.
Stubenrein werden beginnt sofort
Niemand erwartet, dass ein Welpe in der ersten Woche schon zuverlässig stubenrein ist – das kann er körperlich noch gar nicht. Aber die Grundlage legst du genau jetzt. Das Prinzip ist herrlich einfach und beruht nur auf gutem Timing.
- Nach jedem Schlafen raus. Welpen müssen direkt nach dem Aufwachen, nach dem Fressen, nach dem Spielen und nach dem Trinken. Das sind die magischen Momente.
- Immer dieselbe Stelle. Trag deinen Welpen an einen festen Platz im Garten oder vor die Tür. Der gewohnte Geruch lädt ihn zum Lösen ein.
- Ruhig loben, sobald es passiert. Ein freundliches Wort genau in dem Moment, in dem er sich löst – nicht erst danach im Haus.
- Missgeschicke kommentarlos wegwischen. Schimpfen bringt nichts, der Welpe versteht es nicht und verliert nur Vertrauen. Ein Malheur ist immer ein Hinweis an dich, dass du zu spät dran warst.
Bei Balu hat das nach gut drei Wochen richtig gegriffen. In der ersten Woche ging trotzdem noch viel daneben, und das ist absolut in Ordnung. Geduld ist hier alles.

Beißen und Nadelzähne: ganz normal
Ich war kurz erschrocken, als Balu in der ersten Woche herzhaft in meine Finger zwickte – diese Welpenzähne sind spitz wie Nadeln. Aber das ist kein Zeichen von Aggression. Welpen erkunden mit dem Maul und lernen über das Spiel mit ihren Geschwistern, wie fest sie zubeißen dürfen. Das nennt man Beißhemmung, und die dürfen wir jetzt sanft weiter aufbauen.
Was bei uns funktioniert hat: Wenn Balu zu fest zwickte, habe ich kurz und hell „Au“ gesagt und das Spiel für einen Moment unterbrochen. Keine Strafe, nur ein klares Signal: Zu fest, und der Spaß hört auf. Gleichzeitig hatten wir immer etwas Erlaubtes zum Kauen parat, das ich ihm angeboten habe. So lernt der Welpe ganz nebenbei, was er ins Maul nehmen darf und was nicht.
Die ersten Regeln liebevoll setzen
Erziehung in der ersten Woche heißt nicht Drill. Es heißt, von Anfang an freundlich klar zu sein. Hunde lieben Klarheit, und Regeln geben ihnen Sicherheit. Wir haben uns auf ganz wenige, dafür konsequente Dinge konzentriert: Wo wird geschlafen, wo gefressen, wo darf der Welpe hin und wo nicht.
Wichtig ist, dass alle im Haushalt an einem Strang ziehen. Wenn der Welpe bei einem aufs Sofa darf und beim anderen nicht, ist das maximal verwirrend. Einigt euch vorher und bleibt dabei. Und feiert jeden kleinen Erfolg: Schon das ruhige Liegen auf dem Platz ist in dieser Phase eine echte Leistung, die ein Lob verdient. Auch die ersten Schritte an der Leine fallen in diese Zeit – ganz spielerisch und ohne Zug. Wenn dich das Thema später intensiver beschäftigt, haben wir einen ganzen Beitrag dazu, was hilft, wenn ein Hund an der Leine zieht.
Tierarzt und erste Wege nach draußen
In den ersten Tagen steht meist ein erster Tierarztbesuch zum Kennenlernen und Checken an. Mach diesen Termin so entspannt wie möglich: ein paar Leckerlis, ruhige Stimme, viel Lob. Der erste Eindruck beim Tierarzt prägt, wie dein Hund später dorthin geht.
Beim Thema Spaziergang gilt für die erste Woche: kleine Brötchen. Solange der Impfschutz noch nicht vollständig ist, hältst du dich an Bereiche, die dein Tierarzt freigibt. Viel wichtiger als lange Strecken ist jetzt das vorsichtige Kennenlernen der Welt – ein Auto, das vorbeifährt, ein anderer freundlicher Hund, verschiedene Untergründe. Diese behutsame Sozialisierung ist Gold wert, darf den Welpen aber nie überfordern. Lieber wenige gute Eindrücke als ein Reizgewitter.
Was uns die erste Woche leichter gemacht hat
Was mir in unseren ersten Tagen am meisten gefehlt hat, war ein roter Faden. Ich hatte zehn Meinungen aus dem Internet im Kopf, die sich oft widersprachen, und stand jeden Abend ratlos da. Irgendwann habe ich mir eine strukturierte Anleitung geholt, die genau erklärt, was in welcher Welpenphase dran ist – und das hat unglaublich viel Druck rausgenommen.
Der Online-Welpenkurs
Was mir gut gefällt: Der Kurs nimmt dich bei null an die Hand und erklärt Schritt für Schritt, was in den ersten Wochen wirklich zählt – vom Ankommen über Stubenreinheit bis zur sanften Beißhemmung. Die Videos sind kurz und ruhig, genau richtig, wenn man zwischen Welpenpause und Stubenrein-Gang nur ein paar Minuten hat. Mir hätte das in unserer ersten Woche viele Zweifel erspart.
Was besser sein könnte: Ein paar mehr Beispiele mit großen Rassen hätte ich schön gefunden. Sonst aber rundum hilfreich. – Andreas und Balu
Auch hier gilt: Du brauchst keinen Kurs, um durch die erste Woche zu kommen. Alles oben funktioniert auch ohne. Eine gute Anleitung nimmt dir nur das ständige Zweifeln ab – und Zweifel sind in dieser ohnehin emotionalen Zeit der größte Energieräuber. Viele weitere Tipps findest du außerdem gebündelt in unserer Welpenwelt.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde
Ehrlich gesagt würde ich vor allem ruhiger an die Sache herangehen. Ich habe Balu in der ersten Woche zu viel zugemutet, weil ich alles richtig machen wollte – paradoxerweise genau dadurch. Heute weiß ich, dass Nichtstun manchmal die beste Erziehung ist. Ein schlafender, sicherer Welpe lernt mehr über die Welt als ein dauerbespaßter.
Außerdem würde ich früher um Hilfe bitten, statt mich nachts durch widersprüchliche Foren zu wühlen. Eine klare Quelle, ein erfahrener Mensch oder ein guter Kurs – das spart Nerven, die du in dieser Phase besser für Kuscheleinheiten verwendest. Und ich würde mir selbst öfter sagen: Es muss nicht perfekt sein. Es muss liebevoll sein.
Häufige Fragen zur ersten Woche mit dem Welpen
Aus unserer Erfahrung nicht. Wir haben Balus Schlafplatz die erste Zeit direkt neben unser Bett gestellt, damit er uns hören und riechen konnte. Das gibt dem Welpen Sicherheit nach dem großen Abschied von Mutter und Geschwistern. Ans Alleinbleiben gewöhnst du ihn später behutsam, Schritt für Schritt.
Sehr viel, oft bis zu zwanzig Stunden am Tag. Dieser Schlaf ist enorm wichtig für die Entwicklung. Lass deinen Welpen bewusst ruhen und widersteh der Versuchung, ihn ständig zu beschäftigen. Ein übermüdeter Welpe wird schnell überdreht und quengelig.
Das hängt vom Impfschutz und dem Rat deines Tierarztes ab. In der ersten Woche stehen ohnehin nicht lange Strecken im Vordergrund, sondern das behutsame Kennenlernen der Welt in kleinen, freigegebenen Bereichen. Wenige gute Eindrücke sind mehr wert als ein langer, überfordernder Ausflug.
Nein, das ist völlig normal. Welpen erkunden mit dem Maul und müssen erst lernen, wie fest sie zubeißen dürfen. Ein kurzes, helles „Au“ und eine kleine Spielpause zeigen ihm die Grenze. Biete ihm gleichzeitig etwas Erlaubtes zum Kauen an, dann lernt er ganz nebenbei, was ins Maul darf.
So wenige wie möglich, aber diese konsequent. Konzentriert euch auf das Wesentliche: Schlafplatz, Fressplatz und wo der Welpe hindarf. Wichtig ist, dass alle im Haushalt dieselben Regeln leben. Klarheit gibt deinem Welpen Sicherheit, ständig wechselnde Regeln verwirren ihn nur.
Unser Fazit
Die erste Woche mit dem Welpen ist ein kleines Wunder und eine kleine Achterbahn zugleich. Es wird Momente geben, in denen dir vor Glück das Herz aufgeht, und Momente, in denen du übermüdet an dir zweifelst. Beides gehört dazu, und beides ist völlig normal. Schenk deinem Welpen vor allem Ruhe, Sicherheit und Geduld – der Rest wächst von ganz allein.
Wenn du dir, so wie ich damals, einen klaren roten Faden für die ersten Wochen wünschst, dann ist der Online-Welpenkurs ein ruhiger Begleiter, der dir das Suchen abnimmt. Und ganz gleich, wie du es angehst: Genieße diese Zeit, sie geht so schnell vorbei. Balu ist heute ein großer, gelassener Hund – aber dieser kleine Goldfussel vom ersten Tag fehlt mir manchmal ein bisschen. Schreib mir gern, wie es bei euch läuft. Ich antworte wirklich persönlich.



